Die Gärtnerei

Bio-Betrieb seit 1989 und Heimat unseres Projekts.

hier geht’s zu Bildern aus der Gärtnerei.

Michael HolzmannMichi, 42, Gärtnermeister (Gemüsebau) und Betriebswirt (FH), Inhaber der Gärtnerei: „Bereits 1989 bestellte ich als 16 jähriger Schüler erstmals Felder in Letten. Seither versuche ich in unzähligen Gesprächen und Diskussionen, alle möglichen Personen von einer ökologischeren Wirtschaftsweise und vom Klimaschutz zu überzeugen. Sehr oft muss ich mir dabei den Satz anhören: „Aber wir werden die Welt nicht retten können“ – Das aber will ich in keinster Weise so stehen lassen: Wenn nicht wir, wer denn sonst irgendwo in der Welt? Es gibt weltweit nur sehr, sehr wenige Gegenden, in denen die Bevölkerung über eine ähnliche Kaufkraft, ein ähnlich hohes Bildungsniveau, innere und äußere politische Sicherheit und vorallem ein so hohes ökologisches Grundverständnis verfügt wie hier im Großraum München. Es fehlt nur die Möglichkeit selbst aktiv zu werden. Diese Möglichkeit wollen wir mit unserem Projekt nun bieten!“

 

Die Gärtnerei

Seit 1989 werden größere Flächen rund um das Hofgut Letten von der Familie Holzmann ökologisch bewirtschaftet. Die Biolandgärtnerei Holzmann, geführt von Michael Holzmann, baut mit einem Ingenieur, zwei Gesellen, einem Facharbeiter, zwei Auszubildenden und saisonalen Erntehelfern eine große Vielfalt von Kräuter- und Gemüsesorten an.

Dafür stehen insgesamt 12ha Freilandfläche zur Verfügung. Da ein gesunder, humoser Boden die Grundlage für einen nachhaltigen Anbau ist, wird die Fläche in einer 7-jährigen Fruchtfolge bewirtschaftet. Mindestens 2 ha befinden sich ständig in Gründüngung, werden also mit Kleegras eingesät, um den Boden ruhen zu lassen. Die Flächen werden pfluglos mit Häufeltechnik bearbeitet und so das Gemüse auf Dämmen kultiviert – das Bodenleben wird geschont. Dieses Verfahren bewährt sich an unserem Standort, in dem von hohen Niederschlägen und geringen Temperaturen geprägten Klima, welches am direkten Alpenrand vorherrscht.

Darüber hinaus werden auf 3000 m² Gewächshausfläche im Sommer zum Beispiel Gurken, Tomaten und Bohnen, im Winter Kulturen wie Feldsalat, Asiasalat und Postelleinsalat angebaut. Auch eine große Vielfalt an Topfkräutern wird in der Gärtnerei kultiviert.

Die Jungpflanzenanzucht aus biologischem und biologisch-dynamischem Saatgut findet mit eigener Erdmischung vollständig in der Gärtnerei selbst statt. Eine eigene Kompostierung sorgt für eine Rückführung der Gärtnereiabfälle in den Kreislauf.

Warum das Projekt „Biotop“?

Seit 1994 wird das angebaute Gemüse bisher überwiegend über den Heimlieferservice der Ökokiste Hofgut Letten vermarktet. Bereits bei deren Gründung durch die Familie Holzmann war die Hauptintention, die Erzeugnisse auf direktem Weg vom Produzenten zum Verbraucher zu bringen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Aber zunehmend mehr Kunden fehlt es an Bezug und Einblick in die landwirtschaftliche Produktion, gleichzeitig läßt sich eine steigende Verunsicherung bzgl. der Lebensmittelsicherheit auf Seiten der Konsumenten feststellen. Deshalb soll mit der solidarischen Landwirtschaft in der Biolandgärtnerei Holzmann ein Podium geschaffen werden, über welches allen Interessierten ein tiefgreifender Einblick in die Zusammenhänge der ökologischen Landwirtschaft gewährt und die Möglichkeit zur aktiven Mitgestaltung gegeben werden soll.

Die Vision

Bereits jetzt setzen wir in der Gärtnerei alternative Projekte um. So können wir seit diesem Jahr unsere Hackschnitzelheizung mit Holz von unseren eigenen Flächen befeuern – und somit Co2-neutral. Die eigene Jungpflanzenanzucht macht uns freier in der Wahl der angebauten Sorten , da wir nicht vom Sortiment großer Jungpflanzenbetriebe abhängig sind (Stichwort: samenfeste- statt hybrid Sorten).

Wir sehen das Projekt „Biotop“ als Chance für viele Ideen, die bereits „in der Schublade liegen“. Themen wie Permakultur, Terra Preta, Agro-Forst (Mischkultur von Gehölzen und Gemüse), Urban Gardening und Biodiversität auf Nutzflächen beschäftigen uns, die Umsetzung scheitert aber – traurigerweise – oft an den engen, auch finanziellen Grenzen, die einer marktabhängigen Gärtnerei gesteckt sind. Wir erhoffen uns durch ein solidarisches Wirtschaften, die Möglichkeit, sinnvolle Konzepte gemeinsam mit den Mitgliedern Realität werden zu lassen.