Das Biotop-Jahr im Rückblick

Pünktlich zum Jahresende möchten wir einen kleinen Rückblick auf die vergangene Saison werfen. Aus gärtnerischer Sicht war das Jahr, trotz des vielen Regens ein Gutes. Die Ernteanteile waren meist gut befüllt und wir konnten durchwegs tolles Gemüse ernten.

Leckere Sorten

Insgesamt haben wir fast 150 verschiedene Sorten angebaut und auf Hybrid-Sorten verzichtet. Diese Entscheidung haben wir nicht bereut, denn die verwendeten samenfesten Sorten haben sich – bis auf ganz wenige Ausnahmen – als durchaus ertragsstark und vor allem sehr geschmackvoll herausgestellt.

Weniger Verschwendung

Besonders schön ist auch die Tatsache, dass wir unseren „Abfall“, also das, was auf dem Kompost landet, durch die gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft praktisch auf null reduzieren können. Im gesamten Jahr haben wir so ca. 25 Tonnen Frischgemüse geerntet und in Form der Ernteanteile ausgeliefert.

Wenn man bedenkt, dass in vermarktenden Gärtnereien knapp 30% der Ernte auf dem Acker verbleibt oder direkt vernichtet wird, entspricht das einer „geretteten“ Gemüsemenge von 7,5 Tonnen. Um sich die Menge besser vorstellen zu können: Das sind fast 50 volle Bio-Abfalltonnen.

Was wir auch schon mal erwähnt haben, aber gerne öfters wiederholen, weil die Zahl doch beeindruckend ist: Durch den Verzicht auf jegliche Plastikverpackungen konnten wir bisher rund 18 000 Plastiktüten einsparen.

Mitglieder

Unsere Mitgliederzahl hat sich ebenfalls sehr erfreulich entwickelt und wir können das Jahr mit fast 130 Mitgliedshaushalten abschließen. Das ist aber noch lange kein Grund uns zurückzulehnen, denn um die fairen Löhne zahlen zu können, von denen wir so gerne reden, muss diese Zahl noch um einiges steigen.

Unser Team – bzw. wer erledigt eigentlich die ganze Arbeit?

Katerina

Unsere „Pack- und Logistik“-Chefin ist dafür zuständig, dass sämtliches Gemüse zunächst seinen Weg in die Kisten findet und diese dann All-freitaglich in unsere neun Verteilstationen geliefert werden. Außerdem hilft sie während der Saison fast in Vollzeit auf dem Acker mit und hat in den letzten Jahren so ihre Gärtner-Leidenschaft entdeckt.

Julia

Mit ihr haben unsere Mitglieder wahrscheinlich den regsten E-Mail Kontakt, denn bei ihr laufen jede Woche alle Joker-Anmeldungen, Problemchen und Wünsche zusammen. Außerdem verwaltet sie sämtliche Neuanmeldungen, kümmert sich um die Buchhaltung und den Kontakt zum Steuerbüro. Das Ganze macht sie noch ehrenamtlich in ihrer Freizeit (bzw. Abends und Sonntags), wobei der Umfang die Grenzen des ehrenamtlichen langsam sprengt.

Constanze

Macht seit Mitte des Jahres ein Praktikum bei uns und hat in dieser Zeit so ein großes Interesse am Gärtnern entwickelt, dass sie im kommenden Jahr gerne eine Ausbildung bei uns beginnen möchte. Um das zu ermöglichen, müssen wir aber als Ausbildungs-Betrieb anerkannt sein. Dieser Anerkennungsprozess findet gerade statt und das zuständige Amt hat uns auch schon ein positives Ergebnis in Aussicht gestellt.

Matze

Hat vor kurzem Nachwuchs bekommen und findet hauptsächlich Zeit uns bei der Organisation von Hoffesten, Stammtischen und sonstigen außergewöhnlichen Ereignissen unter die Arme zu greifen. Und er muss springen, wenn das Packteam Notstand hat.

Nick

Einer der beiden Vorstände der Genossenschaft. Eigentlich ist er selbständiger Projektmanager, verbringt aber mittlerweile mehr Zeit auf dem Acker, als er sich wohl noch vor zwei Jahren hat vorstellen können. Außerdem hält er den Kontakt zum Genossenschaftsverband und kümmert sich um alle Formalitäten, welche die Rechtsform der Genossenschaft so mit sich bringt.

Sebastian

Ebenfalls Genossenschaftsvorstand und der hauptverantwortliche Gärtner des Biotops. Durch das wöchentliche Schreiben des Wochenbladdls mittlerweile auch ambitionierter Amateur-Autor.

Er kümmert sich um die Anbauplanung und versucht dabei alle Mitgliederwünsche zu berücksichtigen. Das funktioniert nicht immer (Bananen und Ananas sind in unserer Klimazone einfach schwierig), aber im Großen und Ganzen haben wir doch das Gefühl den Geschmack unserer Mitglieder ganz gut zu treffen.

Wie geht’s weiter?

Außer Sebastian bekommt derzeit noch keiner aus dem Team ein festes Gehalt. Wir konnten uns jetzt zum Jahresende zwar ein kleines Weihnachtsgeld auszahlen, der Rest ist aber in Werkzeuge und Ausstattung geflossen, die wir dringend benötigen.

Wenn sich unsere Mitgliederzahlen so weiter entwickeln, wie sie das im letzten Jahr getan haben, können wir wahrscheinlich im kommenden Jahr damit anfangen uns zunächst auf Minijobbasis auszuzahlen. Diese Minijobs möchten wir dann Stück für Stück in sozialversicherungspflichtige Anstellungsverhältnisse umwandeln.

Wir rechnen noch mit etwa 1-2 Jahren, bis wir dieses Ziel erreichen und dann auch selber die viel gepriesenen fairen Löhne erhalten.

Wir freuen uns auf das kommende Jahr und wünschen an guad’n Rutsch!


Update vom Acker

Endlich kommen wir mal wieder dazu, ein kleines Update von unserer täglichen Arbeit zu posten.

Nachdem wir so gut wie alle Pflanzungen abgeschlossen haben, wächst und gedeiht unser Gemüse in Waakirchen und Letten prächtig. Die letzten Wochen waren wir damit beschäftigt, das Beikraut in Zaum zu halten und haben fleißig gehackt und gejätet, was an schönen Tagen dann schon mal zur Qual werden konnte. Aber die Mühen haben sich gelohnt. Wir freuen uns jeden Tag aufs Neue, wie gut das Gemüse aussieht und welche Mengen wir von unseren noch kleinen Flächen ernten können. Mit uns freuen sich natürlich unsere Mitglieder, welche momentan wöchentlich einen gut gefüllten und abwechslungsreichen Ernteanteil mit frischem Gemüse direkt aus dem Oberland bekommen.

Die nächsten Wochen stehen nun noch vereinzelt kleine Sätze für die Herbsternte an, wie z.B. Radicchio, Grünkohl, Chinakohl und einige Salate. Die stressige Phase haben wir dieses Jahr somit gut hinter uns gebracht. Ab jetzt geht es etwas ruhiger weiter, bis dann ab Oktober die großen Lagersätze geerntet und eingelagert werden können.

Hier gibt es Eindrücke vom Acker:

Für uns ist dieses Jahr besonders spannend, denn wir bauen zum ersten Mal sämtliches Freilandgemüse selber an. Auf Flächen welche wir als Biotop-Genossenschaft von der Gärtnerei Holzmann am Hofgut Letten und von Eva Vogel in Waakirchen pachten.

Besonders freut uns, dass wir unsere Entscheidung, auschließlich samenfeste Sorten (also keine F1-Hybriden) anzubauen, bisher nicht bereuen mussten. Ganz im Gegenteil: Wir haben unglaublich wenig Ausfälle bei den Salaten und auch die anderen Kulturen stehen sehr gut auf dem Acker, vom tollen Geschmack vieler Sorten ganz zu schweigen 🙂

So war unser Biotop Sommerfest

Was für ein schönes Fest! Bei trockenem Wetter und ab Nachmittag sogar bei Sonnenschein, konnten wir am vergangenen Samstag unser Sommerfest am Hofgut Letten abhalten.

Vielen lieben Dank an alle die da waren und zur wirklich sehr entspannten und freundlichen Atmosphäre beigetragen haben. Das Buffet war dank zahlreicher leckerer Mitbringsel reich bestückt und der Grill wurde mit frischem Biotop-Gemüse direkt vom Acker belegt.

Die Gärtnereiführung von Michi Holzmann hat ausführliche Einblicke in die Gärtnerei geliefert. Danach hat Aki Schwarzenberger unsere Besucher in die Geheimnisse der regionalen Kräuter eingeweiht.

Besonders gefreut hat uns auch, dass so viele Kinder dabei waren, die mit höchster Aufmerksamkeit das Indianerritual von Felix Levantin gestaltet und uns bis in den späten Abend mit Stockbrot vom Lagerfeuer versorgt haben. Als Höhepunkt hat dann auch noch unsere „Lamamist-Lieferantin“ Tina, von der Lama-Ranch in Wackersberg, spontan mit Ihren Tieren vorbeigeschaut.

Hier findet ihr ein paar Eindrücke:

Wir freuen uns jetzt schon aufs nächste Mal!

Wir haben noch Plätze frei!

Das Biotop wächst und gedeiht. Aktuell besteht unsere Genossenschaft aus 100 Haushalten, wovon 90 einen wöchentlichen Ernteanteil beziehen. Die restlichen Personen sind reine Fördermitglieder ohne Ernteanteil, welche aber unser Konzept ideell und finanziell unterstützen. Die Idee unserer Genossenschaft – uns selbst mit regionalen und biologischen Lebensmitteln zu versorgen, bei denen wir wissen wo sie herkommen und wie sie erzeugt wurden – stößt also offensichtlich auch hier im Oberland auf Interesse, was uns natürlich sehr freut.

Damit sich die Genossenschaft langfristig finanziell trägt, benötigen wir allerdings eine Mitgliederzahl von mindestens 150 Haushalten. Unser Ziel ist es, diese bis zum Jahresende zu erreichen. Ab 150 Haushalten ist es möglich, alle Teammitglieder für ihre Arbeit im Biotop auch zu entlohnen. Seit diesem Monat ist nur Sebastian über die Genossenschaft fest angestellt. Alle anderen Teammitglieder (Katerina, Julia, Nick und Matze) arbeiten noch ehrenamtlich und bekommen lediglich eine Aufwandsentschädigung.

Neben der Versorgung mit regionalen und saisonalen Lebensmitteln ist aber auch die faire Entlohnung der Mitarbeiter, welche die Erzeugung dieser Lebensmittel erst ermöglichen, eines unserer definierten Ziele.

Wir können und wollen also in dieser Saison noch mindestens 50 Haushalte aufnehmen!

Interessenten, welche in der Nähe einer aktuellen Verteilstation wohnen, können derzeit sofort beitreten. Darüber hinaus möchten wir auch unser Netz von Verteilstationen ausweiten. Dies ist aber erst ab einer größeren Anzahl von Interessenten in einem Gebiet sinnvoll.

Wir suchen dringend nach einer Verteilstation im Umkreis Jahnschule-Gymnasium-Bahnhof. Da sich unsere Kisten gut stapeln lassen, benötigen wir nicht viel Platz. Es sollte sich lediglich um ein sauberes, kühles und witterungsgeschütztes Plätzchen handeln, welches an Freitagen und Samstagen frei zugänglich ist.

Wir freuen uns über jegliche Hinweise und Ideen. Wie immer an info@biotop-oberland.de.

 

Wir haben Geburtstag.

Das Biotop wird nämlich 1 Jahr alt/jung!

Vor fast genau einem Jahr, um genau zu sein Ende April letzten Jahres, haben wir unsere aller ersten Ernteanteile ausgeliefert. Dem ging natürlich eine längere Planungsphase voraus: Bereits Ende 2014 hat sich das derzeitige Team, bestehend aus Katerina, Julia, Matze, Nick und Sebastian gebildet und damit begonnen die Idee des Biotops in die Realität umzusetzen.

Besonders spannend war für uns der erste Infoabend im März 2015, denn bis dahin konnten wir überhaupt nicht einschätzen, ob unsere Idee hier im Oberland auch auf Interesse stößt, oder ob wir an einem Luftschloss basteln. Der volle Gewölbekeller des Gasthauses mit fast 120 anwesenden Personen hat uns dann aber deutlich darin bestätigt, dass nicht nur wir der Meinung sind, dass sich an unseren Versorgungsstrukturen etwas ändern muss.

Im letzten Jahr nahm dann die Gründung der Genossenschaft viel Zeit und Energie in Anspruch. Auch die Organisation im Hintergrund, die Verwaltung von fast 100 Mitgliedern, steuerliche Aspekte und natürlich der erste eigene Gemüseanbau waren eine ganz schöne Herausforderung. Die Belastung war manchmal doch sehr groß, denn wir hatten ja – neben dem Biotop – alle noch einen anderen „Brotverdienst“. Das durchweg positive Feedback von allen Seiten war aber Motivation genug, weiter zu machen!

An dieser Stelle wollen wir auch den Inhabern unserer Verteilstationen einen großen Dank aussprechen. Ohne diese tolle (und kostenlose) Unterstützung wäre das Biotop in jetziger Form nicht möglich. Vielen Dank an das Reformhaus Lenggries, Biodelikat Bad Tölz, Regina’s Backhäusl, das Kloster Tutzing, die Gärtnerei Holzmann, den Kiga Arche Noah und die privaten Inhaber der Verteilstation Girlitzer Weiher!

Derzeit versorgen wir wöchentlich etwa 100 Haushalte mit frischem, saisonalem und regionalem Bio-Gemüse. Und wenn wir unser Ziel erreichen, bis zum Jahresende aus 150 Genossenschaftsmitgliedern zu bestehen, stehen wir endlich auch finanziell auf stabilen Beinen.

Wir blicken auf jeden Fall hochmotiviert und voller neuer Ideen in die Zukunft und sind gespannt, was sich aus der Idee Biotop noch entwickeln wird.

 

Der Frühling ist da!

Seit einigen Wochen können wir nach intensiver Planungen in den Wintermonaten  endlich wieder draußen arbeiten.

Anfang März ist mal ein ordentlicher Frühjahrsputz angestanden. Wir haben alles für die Saison vorbereitet und ein paar Reparaturarbeiten erledigt.

Aber auch auf dem Acker hat sich was getan. In den ersten Märzwochen haben wir schon jede Menge Lamamist von der Lamaranch ausgebracht und unsere Äcker vorbereitet. Dabei benutzen wir keinen Pflug, sondern arbeiten ausschließlich mit einem sogenannten Grubber.

Außerdem wurden die ersten Aussaaten (Paprikas, Zwiebeln, Steckzwiebeln und Rote Beete) vorbereitet.

Die warmen Temperaturen Ende März und der gut abgetrocknete Boden haben es uns dann ermöglicht voll loszulegen. Wir haben an unserem Standort in Waakirchen bereits Fenchel, Mairüben und jede Menge Steckzwiebeln gepflanzt. Nächste Woche folgen dann Kartoffeln und die ersten Sätze Spitzkohl.